Gelebte Städtepartnerschaft auch in der närrischen Zeit

Wesselinger Karnevalsgesellschaft feiert Jubiläum - Glückwünsche von den Faschingsfreunden aus Kammer

Traunstein/Kammer, Wesseling. Seit über 40 Jahren verbindet die Städte Wesseling und Traunstein eine lebendige Partnerschaft – getragen von Begegnungen, Freundschaften und gemeinsamen Traditionen. Dass diese Verbindung auch im Karneval bzw. Fasching fest verankert ist, zeigte sich nun auf besonders herzliche Weise. Anlässlich des 130-jährigen Jubiläums der Wesselinger Karnevalsgesellschaft erreichten die Jubilare Glückwünsche aus der Großen Kreisstadt, vielmehr von den Faschingsfreunden Blau-Weiss Kammer.

Eine zentrale Rolle spielt dabei Sylvia Sieber. Vor 33 Jahren zog sie mit ihrem Mann von Wesseling nach Traunstein, ohne damals zu wissen, dass ihre alte und neue Heimat bereits Partnerstädte waren. Heute ist sie eine engagierte Brückenbauerin zwischen beiden Kommunen – insbesondere, wenn es um die „fünfte Jahreszeit“ geht.

In diesem Jahr feierte die Große Wesselinger Karnevalsgesellschaft von 1896 e.V. (GroWeKa) ihr 130-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wurde Familie Sieber vom Präsidenten der Gesellschaft, Andreas Mertin, zur großen Prunksitzung an den Rhein eingeladen. Eine Einladung, die nicht nur die langjährige Verbundenheit würdigte, sondern auch neue Impulse im Austausch der Faschingsfreunde setzte.

Sylvia Sieber hatte die schöne Idee, den Karnevalsfreunden in Wesseling eine kleine Aufmerksamkeit aus Kammer zu überbringen. So wurde eine original grün-gelbe Schachtel mit drei Orden vorbereitet – bestimmt für Präsident Andreas Mertin, Prinz Ralf I. sowie Bürgermeister Ralph Manzke. Verbunden war die Übergabe mit einer herzlichen Grußbotschaft der Faschingsfreunde aus Kammer.

Im festlichen Rahmen der großen Prunksitzung wurden die Orden in Wesseling überreicht – ein Moment, der die gelebte Städtepartnerschaft eindrucksvoll unter Beweis stellte. Aus Wesseling erreichte die Absender im Anschluss eine ebenso herzliche Antwort. Bürgermeister Ralph Manzke bedankte sich darüber hinaus schriftlich und verband seinen Dank sogar mit einer kleinen Spende als Zeichen der Wertschätzung.

Blau-Weiss Präsident Max Hiebl brachte die Bedeutung der Städtepartnerschaft beziehungsweise die Verbundenheit aller „Faschingsfreunde“ auf den Punkt: „Unsere Städte verbindet nicht nur eine über 40-jährige Partnerschaft, sondern auch die gemeinsame Liebe zur fünften Jahreszeit. Der Fasching schafft Brücken, wo sonst Grenzen wären, und vereint Menschen durch Lachen, Frohsinn und Tradition.“

Auch GroWeKa-Präsident Andreas Mertin betonte in seiner Antwort: „Es ist für uns wieder einmal der Beweis dafür, dass sich (wie manche glauben) karnevalistische Aktivitäten nicht nur auf die rheinländischen Hochburgen beschränken. Und es ist schön zu erfahren, dass der Wesselinger Karneval auch in unserer Partnerstadt Traunstein wahrgenommen wird.“

Die Aktion zeigt einmal mehr, wie Städtepartnerschaften mit Leben gefüllt werden können – nicht nur auf offizieller Ebene, sondern vor allem durch das Engagement einzelner Bürgerinnen und Bürger wie Sylvia Sieber.

Ziel bleibt es, die Beziehungen zwischen Wesseling und Traunstein beziehungsweise Kammer weiter auszubauen und insbesondere auch im Karneval lebendig zu halten. Denn wenn Orden, gute Wünsche und ein dreifaches „Helau“ bzw. „Alaaf“ über hunderte Kilometer hinweg ausgetauscht werden, dann wird spürbar: Freundschaft kennt keine Entfernung – und der Fasching erst recht nicht. Hob

(Quelle: Text und Bild Hubert Hobmaier)

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Letzte Artikel