Journalismus soll informieren, Zusammenhänge erklären und Menschen miteinander verbinden. Doch nicht jeder Mensch erlebt Medien auf die gleiche Weise oder hat die gleichen Möglichkeiten, selbst an der öffentlichen Kommunikation mitzuwirken. Genau hier setzt inklusiver Journalismus an: Er möchte Informationen möglichst verständlich und zugänglich machen und zugleich unterschiedlichen Perspektiven Raum geben.
Auch in Wasserburg am Inn zeigt sich, dass Medienarbeit und Inklusion miteinander verbunden werden können. Ein Beispiel dafür ist Aktuell Wasserburg, eine unabhängige Informationsplattform mit einem Schwerpunkt auf Wasserburg am Inn und der Region. Die Plattform berichtet über lokale Themen aus Bereichen wie Gesellschaft, Kultur, Politik, Wirtschaft, Sport und dem öffentlichen Leben. Transparenz, journalistische Sorgfalt und der Austausch mit den Leserinnen und Lesern gehören dabei zu den selbst formulierten Grundsätzen.
Hinter der journalistischen Arbeit steht unter anderem René Prodell, der sich seit vielen Jahren mit Medien, Fotografie und digitalen Projekten beschäftigt. Seine Verbindung zu Wasserburg und sein Engagement für Inklusion prägen dabei auch seinen Blick auf die Medienarbeit. In einem Porträt wurde Prodell als jemand beschrieben, der sich mit Fotografie, Technik und Medien beschäftigt und sich zugleich für gesellschaftliche Teilhabe einsetzt.
Journalismus mit unterschiedlichen Perspektiven
Inklusiver Journalismus bedeutet nicht, ausschließlich über Menschen mit Behinderung zu berichten. Vielmehr geht es darum, Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen als selbstverständlichen Teil der Gesellschaft wahrzunehmen – und ihnen auch die Möglichkeit zu geben, selbst Medien mitzugestalten.
Genau darin liegt eine besondere Chance für lokale Medien. Themen aus einer Stadt oder Region werden aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Was beschäftigt ältere Menschen? Welche Herausforderungen erleben Menschen mit Behinderung? Welche Themen bewegen Familien, Vereine, Ehrenamtliche oder junge Menschen? Ein vielfältiger Journalismus kann diese unterschiedlichen Lebensrealitäten sichtbar machen.
Für Aktuell Wasserburg kann dieser Ansatz bedeuten, nicht nur über Menschen zu berichten, sondern auch Perspektiven einzubeziehen, die in der klassischen Medienlandschaft manchmal weniger sichtbar sind. Denn gesellschaftliche Teilhabe beginnt auch dort, wo Menschen ihre eigene Sichtweise einbringen und öffentlich wahrgenommen werden.
René Prodell: Medienarbeit als Teil von Inklusion
René Prodell verbindet seine Begeisterung für Medien und Fotografie mit dem Gedanken der Inklusion. Dabei steht eine wichtige Botschaft im Mittelpunkt: Eine Behinderung oder andere persönliche Voraussetzungen sollten kein Hindernis sein, kreativ tätig zu sein, eigene Projekte umzusetzen oder in der Medienwelt mitzuwirken.
Gerade digitale Medien bieten heute neue Möglichkeiten. Ein eigenes Nachrichtenportal, Fotoprojekte, soziale Netzwerke und moderne Internetplattformen ermöglichen es Menschen, selbst Inhalte zu veröffentlichen und ihre Perspektiven mit anderen zu teilen. Dadurch kann Medienarbeit zugänglicher werden und neue Stimmen können Teil der öffentlichen Diskussion werden.
Lokaljournalismus als Chance für mehr Teilhabe
Wasserburg am Inn ist eine Stadt mit einer vielfältigen Gemeinschaft. Vereine, soziale Einrichtungen, Kultur, Ehrenamt und zahlreiche lokale Initiativen prägen das Leben in der Region. Ein inklusiver Lokaljournalismus kann dazu beitragen, diese Vielfalt sichtbar zu machen.
Dabei geht es auch um die Frage, welche Geschichten erzählt werden. Nicht nur große Ereignisse sind relevant. Auch kleine Projekte, engagierte Menschen und Initiativen aus dem Alltag verdienen Aufmerksamkeit. Medien können dadurch eine Brücke zwischen verschiedenen Gruppen und Lebenswelten schaffen.
Ein wichtiger Grundsatz lautet dabei: Inklusion ist kein Sonderthema. Sie gehört zum Alltag und damit auch in den Journalismus.
Medien, die verbinden
Mit Aktuell Wasserburg und dem Engagement von René Prodell entsteht aus Wasserburg am Inn ein Beispiel dafür, wie digitale Medien und gesellschaftliche Teilhabe zusammenkommen können. Journalismus kann informieren, Diskussionen anstoßen und Menschen sichtbar machen. Er kann aber auch Möglichkeiten schaffen, selbst aktiv zu werden und die eigene Perspektive einzubringen.
Inklusiver Journalismus bedeutet letztlich, Medien für eine vielfältige Gesellschaft zu gestalten. Menschen sollen nicht aufgrund einer Behinderung, ihres Alters oder anderer persönlicher Voraussetzungen ausgeschlossen werden – weder als Leserinnen und Leser noch als Menschen, die Medien aktiv mitgestalten.
Wasserburg am Inn zeigt: Gute Medienarbeit entsteht nicht nur in großen Redaktionen. Auch lokale und unabhängige Projekte können einen wichtigen Beitrag leisten. Wenn unterschiedliche Perspektiven gehört werden, Informationen zugänglich sind und Menschen die Möglichkeit erhalten, selbst mitzuwirken, kann Journalismus zu einem Ort der Begegnung werden.

