Am gestrigen Mittwoch kam es in Vaterstetten zu einem Betrug durch die Masche Schockanruf. Die Kriminalpolizei Erding hat die Ermittlungen übernommen und bittet um Hinweise.
Am frühen Nachmittag erhielt eine Rentnerin aus Vaterstetten einen Anruf einer angeblichen Polizeibeamtin, die mitteilte, dass ihre Schwiegertochter einen Verkehrsunfall verursacht hätte, bei der ein Kind tödlich verletzt wurde. Nur durch Zahlung einer hohen Kautionssumme könne eine sofortige Haft verhindert werden. Die unter Druck gesetzte Seniorin ging auf die Forderung ein, lehnte allerdings den angedachten Übergabeort am Amtsgericht München ab, da sie nicht mobil war. Die Betrügerin vereinbarte deshalb eine Geldübergabe vor dem Anwesen der Dame in Vaterstetten.
Zwischen 15.00 Uhr und 15.30 Uhr erschien eine Abholerin und nahm rund 50 000 Euro von der Rentnerin in Empfang.
Nachdem die Frau im Nachgang ihre Schwiegertochter kontaktierte und erfuhr, dass sie einem Betrug aufgesessen ist, verständigen sie die Polizei.
Personenbeschreibung: weiblich, ca. 20 Jahre alt, rote Haare, heller Mantel
Die Kriminalpolizei Erding bittet Zeugen, die im Bereich Bahnhofstraße / Ramsauer Weg / Möschenfelder Straße verdächtige Wahrnehmungen gemacht, sich unter der Telefonnummer 08122/868-0 zu melden.
Die Kriminalpolizei rät:
- Legen Sie am besten auf, wenn Sie nicht sicher sind, wer anruft und Sie sich unter Druck gesetzt fühlen.
- Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizeinotrufnummer 110 an! Das machen nur Betrüger. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie die Nummer 110. Aber nutzen Sie dafür nicht die Rückruftaste!
- Rufen Sie den angeblich betroffenen Angehörigen unter der Ihnen bekannten Nummer an!
- Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
- Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen!
- Ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu oder verständigen Sie über den Notruf 110 die Polizei!
- Die echte Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen!
- Sprechen Sie auch mit ihren Angehörigen über das Phänomen und warnen Sie sie vor dem Vorgehen der Täter!
Weitere Informationen zum Thema Schockanruf bzw. Betrug über Messengerdienste finden Sie im Internet auf den Seiten der Präventionskampagne LEG AUF!
(Quelle: Polizeipräsidium Oberbayern Nord)

